Wer Wie Was

Wer wir sind

Wir sind eine Initiative von StipendiatInnen der Begabtenförderungswerke. Wir halten die einkommensunabhängige Erhöhung des Büchergeldes im Zuge der Einführung des so genannten Deutschlandstipendiums für bildungs- und sozialpolitisch falsch.

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Wie eine Petition im Jahr 2010 zeigte, teilen knapp 4000 UnterzeichnerInnen diese Meinung – davon sind über die Hälfte selbst StipendiatInnen.

Aus unserer Sicht wird durch die Büchergelderhöhung die soziale Schieflage innerhalb der Begabtenförderwerke und im deutschen Bildungssystem insgesamt eher verfestigt. Angesichts der starken sozialen Selektion in der Begabtenförderung, die unter anderem eine HIS-Studie belegt hat, ist es sehr fraglich, ob das zusätzliche Geld auch wirklich Bedürftigen zukommt. Deshalb hatten wir vor dem Beschluss zur Erhöhung des Büchergelds (von 80 auf 300 Euro, inzwischen in Studienkostenpauschale umbenannt) dafür gearbeitet, dass es vor allem nach Aspekten der Bedürftigkeit vergeben wird. Diesem Ansinnen wurde politisch nicht entsprochen. Daher sehen wir es als unsere soziale Verantwortung an, dem Motto “Wer hat, dem wird gegeben” nun auf andere Weise entgegenzutreten.

Siehe auch www.stipendienkritik.de. Aus dieser Initiative, die sich gegen die Erhöhung des Büchergeldes einsetzte, ging diese Homepage hervor.

Was wir wollen

Wir möchten alle StipendiatInnen der Begabtenförderungswerke dazu auffordern, ihre erhöhte Studienkostenpauschale (früher Büchergeld) oder einen Teil davon zu spenden, insofern sie nicht zwingend zur Finanzierung von Studium und Lebenshaltung darauf angewiesen sind.

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Wir StipendiatInnen werden durch unsere jeweilige Stiftung finanziell unterstützt. Zudem werden wir etwa durch Sommerakademien oder Sprachkurse ideell gefördert. Wir sind dadurch äußerst privilegiert. Aber auch in anderer Hinsicht sind viele StipendiatInnen besser gestellt als die meisten anderen StudentInnen und SchülerInnen: Wie die HIS Studie und dieser Zeitartikel zeigen, kommt ein Großteil von uns aus bildungsbürgerlichen Elternhäusern.
Gleichzeitig haben Kinder aus Familien mit niedrigem Einkommen und/oder Migrationshintergrund in Deutschland äußerst schlechte Chancen, einen höheren Bildungsabschluss zu erwerben (siehe PISA; s. 30ff).

Erfreulicherweise haben in der letzten Zeit verschiedene Stiftungen Programme ins Leben gerufen, um einen fairen Zugang für alle sozialen Schichten zu Stipendien zu ermöglichen (z.B. das Chancenprogramm der Studienstiftung). Wir begrüßen diese Entwicklungen sehr. Allerdings stammten 2009 die Stipendiaten in den meisten Begabtenförderungswerken noch deutlich häufiger aus Familien, in denen der finanzielle Hintergrund sehr gut ist (s. HIS Studie). Dies hat sich in den letzten Jahren vermutlich nur geringfügig geändert.

Wir denken, dass die Förderung eines Kindes aus einer sozio-ökonomisch benachteiligten Familie bildungspolitisch und gesellschaftlich sinnvoller ist, als wenn die zusätzlichen 220 Euro Studienkostenpauschale in die Hände eines bereits stark bevorteilten Stipendiaten gelangen, der dieses Geld zur Finanzierung seines Studiums nicht unbedingt benötigt.
Wir bitten Euch als StipendiatInnen, selbst zu prüfen, ob ihr auf das zusätzliche Geld der Studienkostenpauschlae angewiesen seid. Es liegt bei Euch, über den Einsatz des Geldes zu entscheiden – ein kleiner Beitrag kann in der Masse einen großen Unterschied machen!.

Wie wir das erreichen

Mit DIR zusammen! Wähle eines der drei beschriebenen Bildungsprojekte aus, an das du deine Studienkostenpauschale oder Teile davon überweisen möchtest (spenden). Die Projekte setzen sich innerhalb Deutschlands möglichst flächendeckend für benachteiligte Gruppen ein, die nicht solche Vorteile wie wir StipendiatInnen genießen.

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Selbst wenn nur 1.000 StipendiatInnen jeweils 50 Euro im Monat spenden, wären das 50.000 Euro – eine Menge Geld, die viel bewirken kann! Und Du kannst auf direktem Wege dazu beitragen. Selbstverständlich gibt es eine ganze Reihe von Bildungsprojekten, die Unterstützung gebrauchen können. Wenn Du selbst konkrete Vorschläge hast oder anderweitig in unserer Initiative mitmachen möchtest, kannst Du einfach eine Mail schreiben.